Willi von Ehr

Der Schützengau Erding trauert um seinem 3. Gaujugendleiter Wilhelm von Ehr der nach langer schwerer Krankheit verstarb. Die Schützen aus dem Gau Erding verlieren mit ihm einen sehr erfolgreichen, engagierten, beliebten und von allen hoch geschätzten Schützenkameraden, Trainer und Freund.

Besonders zeichnete ihn aus, dass er nicht nur selbst sehr erfolgreich schoss, sondern sein Wissen mit großer Leidenschaft vor allem an die jungen Schützen weitergab. Er hatte immer ein offenes Ohr und meist auch eine Lösung für die Probleme der Schützen beim Schießen. Seine offene und herzliche Art machten ihn bei allen beliebt und geschätzt. Mit seiner positiven Einstellung ging er auch mit seiner schweren Erkrankung sehr offen um und kämpfte tapfer dagegen an.

Ende der Siebziger Jahre zog Willi von Ehr berufsbedingt nach Erding. 1979 trat er Hubertia Altenerding bei. Seine Schießkarriere hatte er schon in seiner alten Heimat gestartet. Und die Altenerdinger Schützen freuten sich über den Neuzugang. Kurz nach seinem Eintritt bei Altenerding übernahm er von 1981 – 1990 die Ämter als Sport- und Jugendleiter, ehe er von 1991 bis 2015 erster Schützenmeister wurde. Bereits im Jahr 1982 wurde der Gau auf ihn aufmerksam und wählte ihn für vier Jahre zum 2. Gaujugendleiter. 1995 kehrte er als 2. Gaujugendleiter ins Gauschützenmeisteramt zurück und war dort bis jetzt tätig. Ab 2001 übernahm er das Amt als 1. Gaujugendleiter und übte dies bis 2017 aus. In diesem Jahr wurde er im Frühjahr zum 3. Gaujugendleiter gewählt.

Er gehörte zu den Schützen die sowohl mit dem Luftgewehr und auch der Luftpistole Topergebnisse schießen können. Dies ist sehr selten bei den Schützen. Von 1980 bis 1991 schoss er mit großem Erfolg mit der Luftpistole mit der Altenerdinger Mannschaft in der Bezirksliga. Auch mit dem Luftgewehr gelangen ihm zahlreiche Erfolge. Seine Titelsammlung ist sehr umfangreich. Hervorzuheben ist hier sicher der Deutsche Meistertitel im Jahr 2006 auf den er sehr stolz war. Bei den Sportlerehrungen der Stadt und des Landkreis war er viele Jahre Dauergast. Besonders freute es ihn natürlich wenn viele seiner Schützlinge hier für Erfolge geehrt wurden. Ein Höhepunkt seiner sportlichen Laufbahn war 1988 der Sieg bei der Stadtmeisterschaft zur 1200-Jahrfeier der Stadt Erding.

Er hielt seit 1992 in Altenerding Trainingsabende für talentierte Jungschützen und viele seiner Schützlinge schafften den Sprung in Bezirks- und Bayernkader. Mit Claudia Keck und Andreas Häusler trainierte er zwei Schützen die bis in den Nationalkader kamen. In vielen Trainingslagern schulte er den begabten und fleißigen Nachwuchs. Aber es wurde nicht nur trainiert, es gab auch Ausflüge und diese schweißten die jungen Schützen zu einem Kader zusammen. Er war immer voller Stolz auf die Leistungen „seiner Jugend“. Soweit es seine 2013 diagnostizierte Krankheit zuließ unterstützte er das neue Trainerteam bei seiner Arbeit und gab sein großes Wissen und seine zahlreichen Erfahrungen weiter.

Eine besondere Freundschaft verband ihn mit den Schützen der Schützengilde St. Lorenzen in Südtirol, seit vielen Jahren besuchte er regelmäßig das Ernteschießen und räumte dort viele schöne Preise ab. Auch Trainingslager fanden in der großen Schießanlage dort statt. Und wie es seine Art war, stand er auch den Südtirolern mit Rat und Tat zur Seite. So kam es vor das er bei Waffenschäden an der Werkbank stand und bei der Reparatur half.

In seiner Amtszeit als Gaujugendleiter konnten die Jugendlichen einige male bei den Bezirkspokalen gewinnen. Einzig der Gewinn des Bezirkspokals mit der Luftpistole gelang nicht. Diese Lücke schlossen die jungen Schützen in diesem Herbst und dieser Sieg freute Willi ganz besonders. Vor einigen Wochen verschlechterte sich sein Zustand rapide. Ein großes Anliegen war ihm noch für das Adventsschießen der Kaderschützen die Preise zu stiften. Und fast alle folgten seiner Einladung. Und kurz danach hat er den wohl wichtigsten Kampf seines Lebens gegen seine schwere Krankheit verloren.